Berufskrankheiten der Haut

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Berufskrankheiten der Haut

Berufliche Hauterkrankungen (BK-Nr. 5101)

Hautkrebs durch natürliche UV-Strahlung (BK-Nr. 5103)

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In diesem Themengebiet finden Sie Seiten mit Expertentexten und Links zu den Grundlagen verschiedener Berufskrankheiten der Haut. Schwerpunkt liegt auf Überblick und Einführung.

Berufsbedingte Hauterkrankungen sind Hauterkrankungen, die aufgrund der beruflichen Tätigkeit entstanden sind oder entstanden sein können. In Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) sind die folgenden Hauterkrankungen aufgeführt:

BK-Nr. 5101:
Schwere oder wiederholt rückfällige Hauterkrankungen, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können.

BK-Nr. 5102:
Hautkrebs oder zur Krebsbildung neigende Hautveränderungen durch Ruß, Rohparaffin, Teer, Anthrazen, Pech oder ähnliche Stoffe

BK-Nr. 5103:
Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung

Häufigkeit von berufsbedingten Hauterkrankungen

Berufsbedingte Hauterkrankung (im Sinne der BK-Nr. 5101) sind mit Abstand die am häufigsten gemeldete berufsbedingte Erkrankung. Allein im Jahr 2014 gingen 23.977 Verdachtsmeldungen auf eine berufsbedingte Hauterkrankung bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ein. Berücksichtigt man alle eingegangenen Verdachtsmeldungen (Anzahl lauf DGUV-Statistik: 71.685), wird deutlich, dass berufsbedingte Hauterkrankungen 33% aller Verdachtesmeldungen ausmachen. Trotz der hohen Anzahl der Verdachtsmeldungen, ist davon auszugehen, dass berufsbedingte Hauterkrankungen in der Realität deutlich häufiger vorkommen, viele Fälle jedoch nicht an die Unfallversicherungsträger gemeldet werden oder die Betroffenen aufgrund ihrer Hautprobleme keinen (Haut-)Arzt aufsuchen.

Berufsbedingte Hauterkrankung oder Berufskrankheit?

Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen einer "berufsbedingten Hauterkrankung" und einer "Berufskrankheit" oder können die Begriffe synonym verwendet werden?

Die beiden Begriffe hängen miteinander zusammen, meinen aber im Kern unterschiedliche Dinge. Eine berufsbedingte Hauterkrankung ist eine Erkrankung der Haut, die durch die berufliche Tätigkeit entstanden ist. Es handelt sich also um Erkrankungen - in den meisten Fällen Ekzeme an den Händen, in seltenen Fällen auch der Füße - bei denen der Verdacht besteht, dass die Arbeiten, die im Rahmen der versicherten Tätigkeit ausgeübt werden, in einem ursächlichen Zusammenhang mit der Erkrankung stehen.

Ein Beispiel: Ein Friseur oder eine Friseurin arbeitet in einem Salon und hat entsprechend häufig Kontakt zu Wasser, Haarfarben und weiteren Chemikalien. Entwickelt die Friseurin/der Friseur Hauterscheinungen an den Händen, liegt der Verdacht nahe, dass die berufliche, stark hautbelastende Tätigkeit in einem ursächlichem Zusammenhang mit der Erkrankung steht. Man spricht von einer berufsbedingten Hauterkankung.

Personen mit berufsbedingten Hauterkrankungen - sofern eine Meldung an die zuständige Berufsgenossenschaft erfolgt ist - werden in das sog. Hautarztverfahren (siehe hierzu auch: § 3 BKV) aufgenommen. Im Rahmen dieses Stufenverfahrens werden verschiedene präventive Maßnahmen (z. B. ambulante Hautschutzseminare, stationäre Rehabilitationsmaßnahmen, arbeitsorganisatorische Umstrukturierungen) ergriffen, um zu verhindern, dass eine Berufskrankheit entsteht. Erst wenn alle Maßnahmen im Rahmen des Hautarztverfahrens ausgeschöpft wurden und sich dennoch keine Besserung des Hautzustandes zeigt, muss geprüft werden, ob eine Berufskrankheit vorliegt.

Zusammengefasst kann entsprechend festgehalten werden, dass berufsbedingte Hauterkrankungen relativ häufig vorkommen, sich eine (anerkannte) Berufskrankheit jedoch häufig - insbesondere durch die effektiven Präventionsmaßnahmen - verhindern lässt.

Ursachen berufsbedingter Hauterkrankungen und hautbelastende Tätigkeiten

Die Ursachen für eine berufsbedingte Hauterkrankung können vielfältig sein. Je nach Berufsbild, können unterschiedliche Belastungen auf die Haut einwirken. Einen Überblick über hautbelastende Tätigkeiten sowie rechtliche Rahmenbedingungen, die im Zusammenhang mit Hautbelastung stehen (z. B. technische Regeln etc.) finden Sie unter anderem auf den nachstehenden Seiten: Wechselnde Hautbelastungen und Unspezifische Hautbelastungen.

Allergie

Auch Allergien (z. B. gegen die Inhaltsstoffe eines Desinfektionsmittels oder eines Kühlschmiermittels) können Ursache einer berufsbedingten Hauterkrankung sein. Man spricht in diesem Fall im Allgemeinem von einem allergischen Kontaktekzem. Weitere Informationen rund um das Thema Allergie finden Sie auf folgenden Seiten: Allergie, Allergene oder Allergie und Beruf.