Hautarztverfahren

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Mit diesem Stichwort verknüpfte Kategorie(n): Hautarztverfahren und Hautarztberichte, Praktische Hilfen.

"Das Hautarztverfahren dient zur Früherfassung von Berufsdermatosen und löst prophylaktische Maßnahmen aus. Es soll verhindern, dasss eine Berufsdermatose zur Berfuskrankheit wird." (Quelle: Online-Enzyklopädie P. Altmeyer)

Einführung:

Die Einleitung des Hautarztverfahrens erfolgt, wenn bei einem Versicherten der Verdacht bzw. die Möglichkeit besteht, dass bestehende, krankhafte Hautveränderungen durch die ausgeübte berufliche Tätigkeit verursacht sind. Aus der Berufskrankheitenverordnung (BKV) - insbesondere aus § 3 BKV, dem sog. Vorsorgeparagraphen - geht hervor, dass der Entstehung, dem Wiederaufleben sowie der Verschlimmerung einer Erkrankung im Sinne der BKV entgegengewirkt werden soll.

Arbeits- oder berufsbedingte Hauterkrankungen besitzen wegen ihrer sozialen und wirtschaftlichen Folgen eine hohe gesellschaftliche Bedeutung. Ärztinnen und Ärzte für Dermatologie, Arbeitsmedizin und Betriebsmedizin haben eine große Verantwortung im Hinblick auf die Behandlung und Vorbeugung von arbeitsbedingten Hauterkrankungen. Effektive (Sekundär- und Tertiär-) Prävention soll durch das Hautarztverfahren sichergestellt werden. In der Online-Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Umweltmedizin (Prof. Dr. med. P. Altmeyer) wird das Hautarztverfahren definiert als "Melde- und Diagnostikverfahren zur Früherfassung beruflich bedingter Hauterkrankungen".

Im Rahmen des Hautarztverfahrens besteht die Möglichkeit sog. § 3 Maßnahmen - also konkrete Hautschutz- und Hautpflegemaßnahmen - einzuleiten.




Das Hautarztverfahren:

Das Hautarztverfahren bietet eine gemeinsame Grundlage für Mediziner sowie für Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaften) schnell und effektiv geeignete Maßnahmen zu ergreifen, einer Berufskrankheit vorzubeugen und Betroffenen zu ermöglichen, die berufliche Tätigkeit fortzusetzen. Das Hautarztverfahren wird eingeleitet, wenn bei Versicherten mit krankhaften Hautveränderungen die Möglichkeit besteht, dass daraus eine Hauterkrankung durch eine berufliche Tätigkeit im Sinne der Berufskrankheitenverordnung entsteht, wiederauflebt oder sich verschlimmert. Es wird mit einer Meldung an den gesetzlichen Unfallversicherungsträger eingeleitet, und zwar mittels Erstellung eines Hautarztberichtes (siehe auch: Formulare). Das Hautarztverfahren basiert auf § 3 der Berufskrankheitenverordnung (BKV).

Alles zum Ablauf des Hautarztverfahrens lesen Sie in der Verfahrensbeschreibung: hier.


Achtung:

Zu beachten ist insbesondere, dass das Hautarztverfahren ausschließlich für die Einleitung von Präventionsmaßnahmen für die BK-Nr. 5101 angezeigt ist, nicht jedoch für berufsbedingte Hautkrebserkrankungen. Vergleich hierzu folgenden Abschnitt aus der "DGUV Verfahrensbeschreibung - Hautarztverfahren" (Seite 3):

Nicht unter das Hautarztverfahren fallen: Hautkrebs (z.B. BK-Nr. 5102), infektiöse Hauterkrankungen (z.B. BK-Nr. 3101 und 3102) und Erkrankungen der Atemwege einschließlich der Rhinitis (z.B. BK-Nr. 4301, 4302).
Sämtliche beruflichen Hautkrebserkrankungen zählen aufgrund der Systematik der BK-Liste nicht zur Definition der BK-Nr. 5101 und müssen mit einer ärztlichen Anzeige nach § 202 SGB VII gemeldet werden. Hierzu gehören z. B. berufliche Hautkrebserkrankungen wie sie durch die BK-Nr. 1108 (Arsen) bzw. 2402 (ionisierende Strahlen) erfasst sind. Entsprechend kann auch die Meldung des Verdachts einer beruflich bedingten Hautkrebserkrankung durch UV-Strahlung (z. B. durch berufliche Sonnenexposition ausgelöste (multiple) aktinische Keratosen oder Plattenepithelkarzinome) an den UV-Träger nicht durch die Erstattung eines Hautarztberichts erfolgen. Dass das Hautarztverfahren ausschließlich für die Einleitung von Präventionsmaßnahmen für die BK 5101 eröffnet ist, wurde kürzlich durch eine entsprechende Formulierung in § 41 Abs. 1 des Vertrages Ärzte/UV-Träger klargestellt (§ 41 Abs. 1 des Vertrages Ärzte/UV-Träger in der ab 01.07.2013 geltenden Fassung).

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