Beruflicher Sonnenschutz

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Betroffene Berufsgruppen

Die Belastung der Haut durch Sonneneinstrahlung kommt besonders bei Außenberufen, also Beschäftigten, die einen Großteil ihrer Arbeitszeit im Freien verbringen,  zustande. Häufig betroffen sind: Bauarbeiter, Landarbeiter, Dachdecker und Straßenbauer. Doch auch Berufe in den Sektoren Transport und Verkehr, wie Bus- oder Bahnfahrer können unter Sonneneinstrahlung leiden. An Verkaufsstellen oder Montagestellen im Bau, lassen sich Schutzmaßnahmen wie Sonnenschirme oder Abdeckungen einrichten. In Fahrzeugen sollte darauf geachtet werden, dass die UV-Strahlung durch Scheiben gefiltert wird. Wenn diese Maßnahmen nicht getroffen werden können, sollte direkte Sonnenstrahlung minimiert werden. Hierbei ist das Bedecken der Haut und die Verwendung von Sonnenschutzcreme ratsam. Zudem sollte die Arbeitzeiten sinnvoll eingeteilt werden und möglichst wenig zur Mittagszeit gearbeitet werden.

Allgemeine Informationen

Der berufliche Sonnenschutz rückt - nicht zuletzt durch die Aufnahme der BK-Nr. 5103 - mehr und mehr in den Fokus. Institute und Berufsgenossenschaften aus unterschiedlichen Bereichen widmen dem Thema bereits seit einigen Jahren besondere Aufmerksamkeit. Entsprechend vielfältig sind die Angebote, die im Internet zu finden sind:

Nationale und internationale Institute

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA)

Baugewerbe:

Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) stellt vielfältige Informationen zum beruflichen Sonnenschutz zur Verfügung, z. B.

Landwirtschaft, Forst und Gartenbau

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) gibt sowohl einen Überblick zum Sonnenschutz für Beschäftigte, als auch für Kinder.

Für im Freien Beschäftigte stellen vor allem während der Sommermonate, zusätzlich zur allgemeinen Arbeitsbelastung, hohe Temperaturen eine große Belastung dar. Häufig äußern Beschäftigte, dass Maßnahmen, die zum Schutz vor solarer UV-Strahlung ergriffen werden sollen, im Widerspruch zu den äußeren Arbeitsbedingungen stehen, weil zum Beispiel lange Kleidung keine ausreichende Temperaturregulation möglich macht. Seitens der SVLFG gibt es daher ein zusätzliches Merkblatt zum Arbeiten bei hohen Temperaturen.

Rechtliche Situation zu beruflichem Sonnenschutz

Durch den in Deutschland geltenden Arbeitsschutz ist es die Pflicht des Arbeitgebers für Arbeitsplätze (im Freien) eine Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten anzustreben (§ 3 Arbeitsschutzgesetz). Darin ist jedoch nicht die Bereitstellung von Sonnenschutzmitteln inbegriffen. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) empfiehlt, die "Prüfung geeigneter Sonnenschutzmaßnahmen in die Gefährdungsbeurteilung aufzunehmen" (Quelle: DGUV) .

Obwohl diese, scheinbar deutliche gesetzliche Grundlage existiert, ist die Situation in der Praxis weniger klar.

Insbesondere die Frage, wer Sonnenschutzmaßnahmen bezahlt, ist bisher nicht eindeutig zu klären. Dass beispielsweise der Arbeitgeber für Sonnenschutzmittel sorgt und diese zur Verfügung stellt, ist eher selten, und vor allem in großen Unternehmen, der Fall. Problematisch ist darüber hinaus die Tatsache, dass kaum zugelassene Schutzmaßnahmen, z. B. in Form von textilem Lichtschutz, existiert, die den Anforderungen von persönlicher Schutzausrüstung (CE-Kennzeichnung) entspricht. 

Auch hinsichtlich der auszusprechenden Empfehlungen fehlt bisher eine einheitliche Leitlinie für den beruflichen Sonnenschutz. Aus der aktuellenS-3-Leitlinie "Prävention von Hautkrebs" geht beispielsweise hervor, dass ein "adäquater Lichtschutzfaktor" zu verwenden sei. Dieser ist jedoch nicht näher definiert, muss also entsprechend an den Hauttyp und die UV-Exposition des einzelnen Beschäftigten angepasst werden. Für die Beratungspraxis ergibt sich in diesem Kontext die Schwierigkeit, konkrete Empfehlungen, auch hinsichtlich konkreter Produkte auszusprechen. Dass auch der finanzielle Aspekt für viele Beschäftigte eine Rolle spielt (Discounter-Sonnenschutzpräparat vs. Apotheken-Präparat), erschwert die Beratungs- und Empfehlungspraxis zusätzlich.

Beruflicher Sonnenschutz nach dem TOP-Prinzip

Das TOP-Prinzip gibt die Rangfolge an, nach denen Sonnenschutzmaßnahmen (sowie allgemeine Arbeitsschutzmaßnahmen) auszuwählen sind: TOP - Prinzip: Technisch - Organisatorisch - Persönlich

1. Technische Sonnenschutzmaßnahmen

Abschattungsmaßnahmen (z. B. in Form von Sonnensegeln oder Sonnenschirmen)

2. Organisatorische Sonnenschutzmaßnahmen

Arbeitszeitverschiebung (d. h. in Zeiten intensiver Sonneneinstrahlung (zwischen 11.00 Uhr und 15.00 Uhr) möglichst nicht draußen arbeiten)

3. Persönliche Sonnenschutzmaßnahmen

Schutz durch Kleidung
Hemd
Hose
Hut (Kopfbedeckung)
Schutz durch Sonnenschutzmittel

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